ZwischenLand

"ZwischenLand", mein zweiter Roman und der zweite Teil der Montagsnächte-Trilogie, erscheint im März 2018 bei duotincta Berlin.

Hier vorab ein Auszug aus dem Expose´:


Diese Geschichte erzählt vom Zwischenleben im ZwischenLand. 

Frühjahr 1990.

In einem kleinen Ort im Südharz wünscht sich die die 16jährige Brit den Westen herbei, aber sie hat Angst davor, dass „nichts von uns übrig bleibt“. Sie fühlt sich allein gelassen von ihren Eltern, überwirft sich mit ihrem Vater. Ob sie jemals wieder in die Schule gehen will, weiß sie nicht. Brit liebt The Cure, und Jonny, der Robert Smith ähnelt, wärmt sie. Mit ihm kann sie gemeinsam traurig sein. Doch er zieht sich mehr und mehr in Schwermut zurück. Ist das Dasein auf der Jonny-Insel, in Langsamkeit, Dunkelheit und Melancholie das, was Brit sich wünscht?

Die 19jährige Ania, Brits Schwester, zieht nach dem Ende ihrer Beziehung zu Bernd in ein besetztes Haus im Leipziger Süden und arbeitet als Krankenschwester in einem kirchlichen Krankenhaus. Als Montagsdemonstrantin der ersten Stunde fällt es Ania schwer, ihren Traum von einer anderen, neuen DDR aufzugeben. Die Patienten und ihre Lebensgeschichten geben ihr das verlorene Heimatgefühl zurück, in ihrer neuen Wohngemeinschaft fühlt sie sich zu Hause. Ania lebt mit Sascha, dem russischen Maler und Alex, dem Westberliner Journalisten ihren Traum von einer offeneren Beziehung. Doch sie kann ihre große Liebe Bernd nicht vergessen. Sie wird schwanger. Wer der beiden Männer der Vater ist, weiß sie nicht. Möchte sie das Kind bekommen?

Suse (19), Anias Freundin versucht nach ihrer Flucht aus der DDR im Sommer 1989, in einem nordwestdeutschen Dorf anzukommen. Eigentlich ist alles so, wie sie es sich erträumt hat. Aber wie sie es auch dreht und wendet: „Suse im Westen“ fühlt sich nicht richtig an. Sie lässt ihren Freund Rüdiger und den Traum vom Zusammenleben im Eigenheim, der zum Albtraum geworden ist, hinter sich und wagt einen Neuanfang in Berlin.

Im Laufe des Sommers 1990 wird das verfallene und besetzte Haus im „Leipziger Montmartre“ auch für Brit und Suse zum Zufluchtsort. Zusammen mit Sascha und Alex schaffen sich die drei jungen Frauen ihre eigene Welt. Doch ihre Gemeinschaft ist fragiler, als sie glauben, denn Überfälle von Neonazis und das Doppel--Leben eines Mitbewohners bedrohen das friedliche Zusammenleben.

Ankommen? Wenn ja, wo? Gehen? Wenn ja, wohin? Alles ist offen. So vieles scheint möglich. Aber was ist Freiheit eigentlich?
Verheißung? Erfüllung? Verantwortung? Chaos? Oder Last?

Die DDR, das Kindheitsland, löst sich auf. Ein neues Land gibt es noch nicht. Vieles scheint möglich. Alles kann sich ändern. Jederzeit.

(...)




© Kathrin Wildenberger 2017